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Rosen im Rhododendronpark

Juli 3, 2021 - Lesezeit: 2 Minuten

Die meisten Rhododendren im Bremer Rhododendronpark sind verblüht. Das macht den Park nicht zu einer trostlosen Wüste, aber die Attraktivität nimmt nach der Blüte doch deutlich ab.

Im Anschluss kann man sich zum Beispiel noch an einer ganzen Menge Rosen erfreuen (wenn man sich dafür begeistern kann), die formschön an und auf einem Hügel gepflanzt gepflanzt sind.

Eigentlich bin ich kein großer Rosenfreund, aber Pandemien machen merkwürdige Dinge mit dem Erfahrungshorizont.

Also fuhr ich letztens in den Park und schoss ein paar Bilder, bis mir der Regen weitere Bilder unmöglich machte.

Als ... äh ... Rosenexperte weise ich darauf hin, dass hier Rosen unterschiedlicher Farben zu sehen sind. Rosa und gelb ließen sich gut ablichten. Bei roten und weißen hatte ich so meine Probleme.

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Kamikaze-E-Bike-Smombie, der

Juni 21, 2019 - Lesezeit: ~1 Minute

Schwer kalkulierbare, orientierungslose Ein-Personen-Waffe, die sich durch vergleichsweise hohe Geschwindigkeit (E-Bike), Taubheit (Kopfhörer) und Blindheit (Blick auf Smartphone) im Straßenverkehr auszeichnet.

Bei zufälligen Kollisionen mit Personen oder Gegenständen kann es aufgrund des E-Bike-Akkus zur Explosion kommen.


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Gott klagt an

Juli 31, 2018 - Lesezeit: 3 Minuten

An einem dieser fast unerträglich warmen Sommertagen kam Gott unvorhergesehen durch die Decke geschwebt.
Er fokussierte mich bereits lange, bevor er den Boden berührte, was trotz seines neutralen Gesichtsausdrucks nur eine Sache bedeuten konnte: Er hatte schlechte Laune.

Manchmal frage ich mich, begann er, warum ich euch so viele Freiheiten lasse.

Wenn Gott mich mit „euch“ anspricht, geht es nicht um etwas Konkretes, sondern um die Menschheit allgemein.

In all den Jahren, die ich euch nun schon beobachte, sehe ich immer nur zwei mögliche Entwicklungen: Entweder ihr bringt euch gegenseitig um oder ihr misshandelt eure Umwelt. Und am schlimmsten ist es, wenn ihr beides gleichzeitig macht. Weißt du, wie lange ich an Arten wie der Tobias-Köcherfliege gearbeitet habe? Und dann rottet ihr sie aus, bevor ihr sie auch nur annähernd brauchbar untersuchen könnt.

Ein wenig trotzig wurde ich schon: Wer braucht die denn schon, diese Tolidas-Kocherfliege oder wie die heißt? Wir haben doch auch so noch genug Arten, oder nicht? Wer braucht denn schon den Dodo?

Gott schaut mich etwas mitleidig an.

Kennst du den Begriff „unknown unknowns“? Das sind Dinge, von denen man nicht einmal weiß, dass man sie nicht weiß. Ich habe hingegen bereits eine einstmals lange Liste von Krankheiten und entsprechenden Stoffen, die man aus verschiedenen Pflanzen und Tieren gewinnen kann und die Überlebenschancen der Menschheit erhöhen.

Lass mich raten, die Liste ist stark geschrumpft?

Ich möchte es einmal so ausdrücken: Der Begriff „Liste“ trifft es fast nicht mehr. Ihr könntet doppelt so viele Antibiotika wie heute haben und viele zukünftige Krankheiten behandeln. Einerseits beunruhigt mich das. Andererseits bedeutet es, dass es wahrscheinlich bald wieder viel weniger Menschen auf dem Planeten geben wird und sich die Erde für eine gewisse Zeit ohne euren ständigen Einfluss entwickeln kann.

Wieso „ohne Einfluss“? Wir schaffen doch mittlerweile Nationalparks, Naturschutzgebiete und machen uns auch Gedanken um Emissionen und Nachhaltigkeit!

Gott beißt sich absichtlich auf ein Gelenk seines rechten Zeigefingers.

Ich muss mir schon Schmerzen zufügen, um bei deinen traurigen Ausführungen nicht in Lachen auszubrechen. Diese „Bemühungen“, von denen du sprichst, sind wie der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Eure kaputte Plastikwirtschaft, die Asphaltierung der Welt und landwirtschaftliche Monokulturen sind alles, was wirklich zählt.

Ich würde ihm gerne etwas erwidern, aber mir fallen gerade nur Dinge ein, die seinen Standpunkt nicht nur unterstützen, sondern eher noch freundlich aussehen lassen.

Okay, Gott. Und was jetzt?

Das weiß ich doch nicht! Das ist ganz allein euer Problem. Ich gebe zu, die Anlagen, die ich euch mitgegeben habe, fördern problematisches Verhalten, aber letztlich muss bei euch der Verstand über die Gier siegen.

Aha. Na dann sehe ich schwarz.


Update 2018-12-09: "Gott" -> kursiv Update 2020-01-15: "Gott beißt sich[...]" -> Extrazeile


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Fragwürdige Wetten

Oktober 30, 2017 - Lesezeit: 2 Minuten

Immer, wenn ich in Gedanken zur atomaren Auslöschung gelange, kommt Gott besorgt vorbei und fragt nach, was es mit diesen spezifischen Ängsten auf sich hat.

Ich glaube, dass er einen atomaren Ausrutscher für eine der wahrscheinlichsten Sudden Deaths der Menschheit hält. Irgendein Irrer ordnet nach einem missverständlichen Tweet die Torpedierung eines fremden Landes an und bringt den kurzen, aber effektiven 3. Weltkrieg in Gang.

Ich hatte Gott schon eine Weile nicht mehr gesehen und war erstaunt, als ich ihn durch die Decke schweben kommen sah. Ich habe an meinen Falten gearbeitet, konterte er meinen erstaunten Gesichtsausdruck. Und du brauchst dich auch gar nicht bei mir beschweren, dass sich deine Falten jedes Jahr tiefer in deine Haut graben.

Ich würde gerne wieder eine sinnlose Diskussion zum Thema Was ich wirklich will anfangen, aber ich weiß jetzt schon, dass er sich wieder herauswinden wird und ich mich schlecht dafür fühle, das Thema überhaupt angesprochen zu haben.

In einer stillen Stunde verriet er mir, dass er sich nur um eine Möglichkeit mehr Sorgen mache: Meteoriten. Die kommen einfach, egal wie nett oder barbarisch die Menschen gerade miteinander umgehen. Er hat ein paar Wetten bei einem Buchmacher seines Vertrauens am Laufen, bei denen es darum geht, ob die Menschen bis zu diesem Zeitpunkt einen anderen Planeten kolonialisiert haben oder nicht.

Ob er auch auf die atomare Auslöschung der Menschheit wette, fragte ich ihn. Er schaute mich durchdringend mit seinen gütigen Augen an. Eine kleine Falte bildete sich spontan auf seiner Stirn, eine ganz schmale zwischen den Augen.

Damit hatte ich mein Ziel für heute erreicht.


Update 2020-01-15: Rechtschreibfehler korrigiert


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Sandige Grenzen

August 13, 2017 - Lesezeit: 2 Minuten

In letzter Zeit habe ich ein paar Meinungsverschiedenheiten mit Gott. Speziell geht es um das Wetter und meine – zugegeben subjektive – Ansicht, dass es schon seit geraumer Zeit ungerecht „verteilt“ wird.

Er verdreht bei Themen wie diesem regelmäßig die Augen. Er kann es nicht mehr hören. Jeder zweite beschwert sich unregelmäßig über Klima oder Wetter, berichtet er mir.

Tja, meinte ich zuletzt zu ihm, warum änderst du dann nicht mal was daran?
Es war mir so rausgerutscht, aber er antwortete nicht, denn er wusste schon, dass ich mir die Frage beantwortet hatte, bevor ich sie vollständig formulieren konnte.

Jeder mag das Wetter anders, ich weiß. Der eine will 35 Grad im Schatten, der andere 15 Grad im Regen. So ist das halt.

Trotzdem muss es einen Kompromiss geben können. Eine Variante, die bei den meisten für die meiste Zeit als akzeptabel hingenommen werden kann.

Gottes engelsgleiche Ruhe wurde durch meine Überlegungen und Vorschläge letztlich doch etwas aus dem Gleichgewicht gebracht und er sah sich genötigt, etwas zu erwidern.

Mein Sohn, du machst dir das zu einfach. Wenn ich anfange, in das Wetter einzugreifen, dann begehe ich den ersten Schritt zur Zerstörung des Experiments, dessen Teil auch du bist.
Die Experiment-Sandbox, in der du dich befindest, darf nur an wenigen Stellen von außen verändert werden, um das Experiment nicht sinnlos zu gefährden. Aber im Grunde ist alles den Wesen und Ereignissen im Experiment überlassen. So gerne ich manchmal eingreifen würde, es wäre ein Fehler.

Ich war einigermaßen beeindruckt. Mir stellten sich allerdings sofort zwei Fragen:

  1. Was sind das für Stellen, die von außen angepasst werden?
  2. Gibt es noch andere Experimente?

Gott erahnte meine Fragen wohl und lächelte allwissend. Das ist seine Art mir zu zeigen, dass ich auf diese Fragen definitiv keine Antworten erhalten würde.


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Relativ Alanis

Juli 19, 2017 - Lesezeit: 2 Minuten

Ich glaube nicht an den Zorn, sagt mir Gott immer, wenn ich ihn frage, ob sich eine Wette auf den atomaren Untergang der Menschheit lohnt.

Darauf entgegne ich, dass es ja auch aus Versehen oder durch einen Verwirrten passieren kann.

Gott geht auf diesen Einwand in der Regel nicht ein und starrt gedankenverloren die Wand an. Diese Möglichkeit ist einfach nicht weit genug hergeholt.
Wenn ich eine Wette um den Weltuntergang durch Knuddeln abschließen wollte, würde er mich auslachen – viel zu schlechte Quoten.

In manch ruhiger Stunde spricht mich Gott auf seine Kreaturen an. Dass er viele Entwicklungs-Parameter durch DNA stark veränderlich gemacht hat, ist manchmal ein Grund kindlicher Freude, aber noch öfter für mehr Falten auf diesem unsagbar alten Gesicht. Aber das hat er sich selbst zuzuschreiben. No risk, no fun.

Als ich ihn einmal auf seine Falten ansprach, begann er zu lachen und klärte mich auf: Du siehst vielleicht Falten, aber das ist ganz deinen Erwartungen an mich geschuldet. Andere Menschen sehen mich als ein Kind, wieder andere als Alanis Morisette. Das ist alles relativ.

Damit wäre ich am zentralen Kritikpunkt meiner Konversationen mit Gott. Er relativiert alles. Nur weil er alles im Blick hat, meint er, dass man die Dinge nicht nur schwarz und weiß sehen sollte.

Ich bin aber nur ein Mensch. Ab und an sind Dinge für mich schwarz oder weiß. Vielleicht sind sie es nach einer erholsamen Nacht nicht mehr, aber dieses ständige „Alles ist relativ!“ finde ich relativ nervig.

Aber wieso beschwere ich mich. Insgesamt habe ich zu dem alten Herrn ein gutes Verhältnis. Viele haben schließlich gar keines und das muss doch ziemlich elend sein. So von Gott verlassen zu sein.